Das Nizza am Rhein

In Bad Honnef beginnt der Frühling jedes Jahr einen Monat früher als im übrigen Rheinland. Exotische Blumen blühen in Vorgärten, im Tal gedeiht die mächtigste Libanon-Zeder nördlich der Alpen und der Marktplatz mit seinen Cafés wirkt schon im Mai wie eine mediterrane Kleinstadt. Das ungewöhnlich milde Klima verdankt die Stadt ihrer Lage. Durch das Siebengebirge wird sie gegen die rauen Nord- und Ostwinde geschützt. "Das deutsche Nizza am Rhein" soll der Weltreisende Alexander von Humboldt einst Bad Honnef genannt haben.
Eben dieses Klima war es, das schon im frühen 19. Jahrhundert die ersten Touristen nach Honnef zog. Es waren vor allem die englischen Romantiker, die das Mittelrheintal mit seinen zahlreichen Burgen entdeckten. Sie legten damit die ersten Spuren des Fremdenverkehrs in Deutschland. Schnell sprachen sich Honnefs Qualitäten als Heilort für Lungenleiden herum. Und so war es naheliegend nach einer Quelle zu suchen, um die Stadt zum Kurort zu erheben.
1897 wird die "Drachenquelle" gefunden, vier Jahre später schon ein Badehaus eröffnet und ein Kurhaus geplant. Lebten die Einwohner bislang noch vom Weinbau, verlagert sich der Schwerpunkt nun mehr und mehr auf den Fremdenverkehr. Honnef wird zum Kurort Bad Honnef.

Der prominente Bürger

Auf der Flucht vor den Nationalsozialisten lässt sich ein später prominenter Neubürger im Ortsteil Rhöndorf nieder: Konrad Adenauer. Einige Jahre später, 1949, wird er zum ersten Kanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Mit einem Schlag ist der Bad Honnefer Ortsteil Rhöndorf weltberühmt. Selbstverständlich wohnt Adenauer während seiner Amtszeit weiterhin in Bad Honnef, denn der Bonner Regierungssitz ist mit dem Auto in einer Viertelstunde zu erreichen. Die Kurstadt wird zum Ausflugsort für die internationalen Gäste der Bundesregierung. Nach Adenauers Tod wird in seinem ehemaligen Wohnhaus ein Museum eröffnet, das sich zu einem wahren Wallfahrtsort entwickelt.

Zurück zum Tourismus

Obwohl viele Institutionen mit der Bundesregierung nach Berlin abgewandert sind, sind die Akademie für Führungskräfte der Deutschen Telekom und auch die Deutsche Stiftung für internationale Entwicklung in der Kurstadt geblieben. In letzterer werden Führungskräfte aus den so genannten Schwellenländern ausgebildet. Außerdem hat sich die Region rund um Bonn zu einem verkehrstechnisch hervorragend gelegenen Forschungs- und Dienstleistungszentrum entwickelt. Der Kongresspark und die Internationale Fachhochschule für Hotel-, Touristik- und Luftverkehrsmanagement sorgen dafür, dass Bad Honnef weiterhin kosmopolitisch bleibt. Wohl nicht ganz zufällig gewinnt der Tourismus wieder an Bedeutung, der hier vor 200 Jahren so viel versprechend begann.

Die Stadt am Fluss

Wer früher mit dem Schiff über den Rhein nach Bad Honnef kam, musste aufpassen, dass er nicht dran vorbei fuhr. Denn die Insel Grafenwerth verdeckte die kleine Anlegestelle. Heute ist Grafenwerth das Ausflugsziel par excellence. Viele behaupten sogar, hier gäbe es den vermutlich schönsten Biergarten nördlich der Donau. Unbestritten liegt dort das schönste Freibad weit und breit. Doch die wenigsten kommen mit dem Schiff hier an. Wer in Bad Honnef studiert, wohnt in der Regel im nicht weit entfernten Bonn und kommt mit dem Auto oder der Bahn. Doch das könnte sich bald ändern. Mit dem Bau von hochschuleigenen Studentenapartments wollen die Verantwortlichen der Fachhochschule die Studenten stärker an ihren Hochschulort binden.

Klein, aber fein

Aber auch Bad Honnef hat ein Nachtleben: wer's gerne voll mag, kann sich im "Nachtcafé Scheinbar" von Donnerstag bis einschließlich Samstag sogar bis fünf Uhr morgens amüsieren. Gemütlicher dagegen ist das "Pseudonym", hier geht man zum Klönen hin. Alles in allem geht es in Bad Honnef natürlich ein bisschen beschaulicher zu als in der Studentenstadt Bonn. "Rentnerstadt", sagen da manche ein bisschen verächtlich. Doch die prachtvollen Villenensembles, die netten Einkaufsstraßen und der belebte Marktplatz sind durchaus auch für jüngere Leute attraktiv.

Ball und Korb

Und dann gibt es für junge und junggebliebene Leute noch ein sportliches Higlight: Basketball. Im Internat Schloss Hagerhof spielen junge Talente das Spiel mit dem Korb auf ganz hohem Niveau und haben sich den Titel Deutscher Schulmeister 2001 geholt. Und der Turnverein "SER Rhöndorf" wurde für die beste Basketballförderung Deutschlands ausgezeichnet. Den Rhöndorfer "Dragons" gelang sogar der Aufstieg von der zweiten in die erste Bundesliga.

Ausflug in die deutsche Geschichte

Ebenfalls im Stadtteil Rhöndorf: die Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus. Vier Epochen der wechselhaften deutschen Geschichte vom Kaiserreich bis zum letzten Drittel des 20. Jahrhunderts werden in Bild und Ton dargestellt. Seit der Eröffnung im Jahre 1976 waren schon mehrere Millionen Besucher im ehemaligen Wohnhaus des prominenten Staatsmannes.

Ausflug vom Wasser in die Höhen

Im Sommer haben die regionalen Schifffahrtsgesellschaften Hochbetrieb. Mehrmals täglich fahren die Ausflugsschiffe auch die Städte Köln, Bonn, Koblenz und Mainz an. Wen es aber vom Wasser weg ins Siebengebirge lockt, der kann dann schon mächtig ins Schwitzen kommen. Ganz fitte haben es tatsächlich schon mit dem Rad versucht. Allerdings hatten die auch die richtige Schaltung mit mehreren Gängen.

Im fünften Gang durchs Gelände

Mehrere Gänge als üblich haben die Islandpferde vom "Gangpferdezentrum Aegidienberg". Wo "normale" Pferde gerade mal drei Gangarten beherrschen, warten die robusten Kleinpferde mit einem vierten und manchmal sogar fünften Gang auf. Im Bad Honnefer Gestüt wird die Unterrasse "Aegidienberger" gezüchtet. Für Islandpferdefans gibt es denn auch nichts Größeres, als im vierten und fünften Gang durchs Gelände zu steppen.


Dieses Stadtportrait stammt von der Internetseite www.campusgermany.de


Wer persönliche Beratung wünscht, kann sich an die "Stadtinformation Bad Honnef" wenden:

Stadtinformation Lageplan
Bahnhofstraße 3a, Telefon (0 22 24) 9 88 27 46
Mail:
stadtinformation@badhonnef.de